Gerechtigkeit

In allen Institutionen wird über Gerechtigkeit gesprochen und gefordert. Was ist Gerechtigkeit? Aus der Philosophie hat Eikemeier ein mathematisches Modell entwickelt, das die „schwammige Gerechtigkeit“ in Fakten verwandelt und wegweisend für viele Systeme sein wird.

Gerechtigkeit ist diejenige Ordnung von Beziehungen, durch die jedes Wesen entsprechend seinem Entwicklungsstand, seinen Möglichkeiten und seiner Verantwortung zur höheren Strukturbildung des Nexus (aller höchstes Miteinander) beitragen kann, ohne die Entwicklungsfähigkeit anderer Wesen unnötig zu zerstören.

Jedes Wesen besitzt aufgrund seiner Existenz einen Eigenwert. Gerechtigkeit bedeutet hier, die Existenz anderer nicht zu vernichten oder zu unterdrücken.

Prinzip: Was existiert, besitzt einen legitimen Platz im Nexus.

Beziehungsgerechtigkeit entsteht durch ausgewogene Resonanz.

Positive Resonanz:

Förderung

Kooperation

Verständnis

gegenseitige Entwicklung

Negative Resonanz:

Ausbeutung

Unterdrückung

Zerstörung von Entwicklungsmöglichkeiten

Prinzip: Jede Handlung soll die Resonanzfähigkeit des Ganzen erhöhen.

Gerecht ist nicht Gleichheit der Zustände, sondern: Angemessenheit der Entwicklungsräume.

Der Nexus-Imperativ der Gerechtigkeit

Handle so, dass durch dein Handeln die Möglichkeit höherer Ordnung, größerer Freiheit und tieferer Resonanz im Nexus wächst. Gerecht ist, was Entwicklung ermöglicht.

Platon: Gerechtigkeit = jeder erfüllt seine Funktion.

Kant: Gerechtigkeit = Achtung der Vernunft und Autonomie.

Rawls: Gerechtigkeit = faire Regeln für alle. Was ist faire?

Eikemeier/Nexus: Gerechtigkeit = Erhaltung und Förderung der strukturellen Entwicklung des Gesamtnexus. Was stärkt die langfristige Entfaltung von Leben, Bewusstsein, Freiheit und Ordnung?

Axiom – Gerechtigkeit

Jede Struktur trägt die Pflicht, jene Bedingungen zu erhalten und zu fördern, unter denen andere Strukturen ihre ihnen mögliche Ordnung, Freiheit und Entwicklung verwirklichen können.

In dieser Fassung wird Gerechtigkeit nicht zu einem Recht, sondern zu einer universellen Entwicklungspflicht innerhalb des Nexus. Sie ist damit weniger ein Zustand als ein fortlaufender Prozess der Resonanz, Ordnung und Entfaltung.

Kant: Gerecht ist was vernünftig verallgemeinert werden kann (Würde).

Rawls: Gerecht ist, was niemand unter fairen Bedingungen ablehnen würde (Fairness).

Eikemeier: Gerechtigkeit ist die Förderung höherer Ordnung durch Resonanz, unter Wahrung der Würde jeder Struktur und der fairen Möglichkeit ihrer Entwicklung (dynamische Entfaltung). Entwicklung ist nur dann gerecht, wenn die Entwicklungsfähigkeit anderer Strukturen nicht zerstört wird. Eine Struktur besitzt dann eine höhere Ordnung, wenn der Gesamtwert steigt. Ordnung = K (Komplexität) + R (Resonanzfähigkeit) + S (Selbstorganisation) + F (Freiheitsgrad) + Z (Zukunftsoffenheit)                                                                                                                                                             Höhere Ordnung ist der Zuwachs an K, R, S, F, Z, eines Systems, das langfristig stabilere hohe Werte hat und erfolgreicher ist, als ein System mit niedrigen Werten. „Höhere Ordnung“ ist nicht nur eine philosophische Behauptung, sondern eine beobachtbare Eigenschaft eines Systems. Aus einer metaphysischen Spekulation wird ein potentiell falsifizierbarer Kern einer naturphilosophischen Theorie.                                                                                                                                  Nexus-Index (NI)

NI = K 0.15 + R 0,20 + S 0,30 + F 0,20 + Z 0,15

Hohe Ordnung entsteht nicht nur durch hohe Werte, sondern durch deren Gleichgewicht. Ordnung ist in der Theorie kein Zustand, sondern ein Prozess der Entwicklung.

Entwicklungskoeffizient (E)

E größer 0 = aufsteigende Entwicklung

E gleich 0 = Gleichgewicht

E kleiner 0 = Zerfall

Gerechtigkeitskoeffizient (G). Dadurch wird Gerechtigkeit messbar.

G = 0,15 Delta K + 0,20 Delta R + 0,30 Delta S + 0,20 Delta F + 0,15 Delta Z

Eine Struktur besitzt umso höhere Ordnung, je größer ihre Selbstorganisation, Resonanzfähigkeit, Zukunftsoffenheit und integrierte Komplexität sind. Gerechtigkeit besteht in der messbaren und berechenbaren Förderung dieser Eigenschaften bei gleichzeitiger Wahrung ihres Gleichgewichts.

Der Nexus-Index argumentiert nicht nur philosophisch sondern prinzipiell auf Individuen, Organisationen, Staaten, Ökosysteme oder technische Systeme angewendet und empirisch verglichen werden können. Dieses ist ein deutlicher Schritt von einer rein metaphysischen Theorie hin zu einer überprüfbaren Ordnungs- und Gerechtigkeitstheorie.

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